Vögel im Winter füttern – ja oder nein

Blaumeise im Winter

Viele Menschen sind davon begeistert, wenn es in ihrem Außenbereich wie beispielsweise auf Terrasse, Balkon oder im Garten heimische Vögel zu beobachten gibt. Da die bunte Vielfalt der Tiere im Sommer für viel Abwechslung sorgt, müssen die Vögel auch im Winter unterstützt und mit passendem Futter versorgt werden. Falls Sie heimische Vögel füttern wollen, müssen Sie dies konsequent jeden Tag bis zum Frühlingsbeginn auch durchhalten. Denn die Wildvögel verlassen sich darauf, dass die Futterplätze stets gefüllt sind. Wird dies nicht eingehalten, können die Vögel eventuell sogar verhungern.

Ist ganzjährige Wildvogelfütterung sinnvoll?

Ob Wildvögel ganzjährig oder lediglich im Winter zu füttern sind, wird bei vielen Experten diskutiert. So spricht sich zum Beispiel die Heinz Sielmann Stiftung für eine Fütterung über das ganze Jahr aus. Dies begründet sich unter anderem darin, dass in der heutigen konventionellen Landwirtschaft und in vielen artenarmen Gärten für Wildvögel immer weniger natürliche Nahrung vorzufinden ist.

Der Naturschutzbund Deutschland NABU, spricht sich zwar für eine Fütterung im Winter aus, sieht die Ganzjahresfütterung allerdings eher skeptisch. Von der Vogelfütterung würden lediglich die 10 bis maximal 15 Wildvogelarten profitieren, deren Bestand derzeit nicht in Gefahr ist. Primär sollten naturnahe Lebensbereiche erhalten und insgesamt eher vergrößert werden.

Wenn Sie Ihre direkte Umgebung und ihren Außenbereich aufmerksam beobachten, sind Sie selbst am besten in der Lage, um zu entscheiden, ob die unterschiedlichen Wildvögel ausreichend mit Nahrung versorgt sind und können deshalb auch ganzjährig Futter bereitstellen. Dieses kann beispielsweise den Eltern-Vögeln helfen, da diese ihre Brut mit Insekten füttern müssen, die sich in der letzten Zeit drastisch verringert haben.

Welches Futter für welche Wildvögel?

Wildvögel, die hierzulande heimisch sind, können grob in zwei Kategorien eingeteilt werden:

  • Körnerfresser wie unter anderem Sperling und Fink, Dompfaff/Gimpel und Zeisig können mithilfe ihres kräftigen Schnabels selbst härtere Schalen zerteilen können. Zu ihrer bevorzugten Nahrung zählen beispielsweise Sonnenblumenkerne sowie ähnlich grobe Körner.
  • Weichfutterfresser wie Zaunkönig, Star und Amsel sowie Rotkehlchen und Heckenbraunelle bevorzugen Haferflocken, Rosinen und Mohn sowie Obst und Kleie.
  • Manche Wildvögel wie beispielsweise Meisen, Kleiber und Specht fressen beide Arten Futter, sind also Allesfresser.

Mit unterschiedlichen Futterarten können Sie also diverse Wildvögel anlocken.

Hinweis: Absolut ungeeignet sind dagegen Brot und Speisereste, da hierin Salz und Gewürze enthalten sind. Diese Zutaten vertragen Wildvögel nicht, da weder Magen noch Verdauung für deren Verarbeitung geschaffen sind. Schlimmstenfalls können Vögel daran versterben.

Vogelfutter selbst zusammenstellen

Der Handel bietet Vogelfutter in unzähligen Varianten an. Wenn Sie Ihr Vogelfutter allerdings selbst herstellen beziehungsweise zusammenstellen, sparen Sie letztendlich nicht nur Kosten, sondern können auch sicher sein, dass beispielsweise keine Allergie-auslösenden Ambrosia-Samen (in Fertigmischungen) enthalten sind. Ein einfaches Grundrezept für die Futtermischung sowie dekorative und originelle Ideen für Aufhängevorrichtungen sind beispielsweise online kostenlos zu finden.

Futterspender als hygienische Alternative zu Futterhäuschen

Um Wildvögel besonders im Winter gut beobachten zu können, werden meistens offene Futterhäuschen aufgestellt. Die Futterstelle muss jedoch stets sauber gehalten werden, was sich bei dieser Art Futterstelle oft schwierig gestaltet. Zudem kann das Futter durch die Wildvögel beschmutzt werden und sich Krankheitserreger schneller verbreiten. Deshalb sind sogenannte Futterspender deutlich hygienischer. Wollen Sie jedoch nicht auf Ihr klassisches Futterhaus verzichten, muss es regelmäßig mittels heißem Wasser gereinigt werden. Dabei sind Handschuhe aus hygienischen Sicht empfehlenswert. Futter sollten Sie täglich nur in kleinen Mengen nachlegen.

Den Außenbereich mit Vogel-freundlichen Pflanzen ausstatten

Eine weitere gute Möglichkeit, um Wildvögel im Winter mit Nahrung zu versorgen, ist im Garten, auf der Terrasse oder auch auf dem Balkon (in Kübeln und Töpfen) Pflanzen zu platzieren, die durch ihre Samen und Früchte ein erweitertes natürliches Nahrungsangebot bieten. Im Garten können dies beispielsweise Zierapfel, Weißdorn und Eberesche sein. Bäume und Sträucher sollten Sie deshalb erst zum Ende des Winters beschneiden.

Anstatt Laub und Totholz gänzlich zu entfernen, lässt sich dieses unterhalb von Sträuchern platzieren. Dadurch können sich Insekten niederlassen, die letztendlich als wichtige Nahrung fungieren. Durch eine Pflanzung von Hecken, die Früchte tragen, lassen sich weitere Nahrungsquellen für Wildvögeln schaffen. Diese dienen gleichzeitig ein optischer Hingucker.

Du magst vielleicht auch