Baubiologen sind Sachverständige, die Wohn- und Arbeitsräume auf gesundheitliche Risiken untersuchen. So begutachten Baubiologen Räume zum Beispiel in Hinsicht auf Schimmelpilze, Schadstoffe und elektromagnetische Strahlungen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden dann nach professionellen Richtlinien bewertet und können gegebenenfalls auch gerichtsverwertbar begutachtet werden.

Dabei beruhen die Empfehlungen von Baubiologen nicht unbedingt auf allgemein anerkannten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern oft einfach auf eigenen Erfahrungen und Interpretationen. Elektromagnetische Felder zum Beispiel sind ein Fall, bei dem es oft zu weltentfernten und sogar esoterischen Empfehlungen kommen kann. Denn wollte der gesundheitsbewusste Mensch tatsächlich ohne jeden Einfluss von elektromagnetischen Strahlen leben, so müsste er wohl in die Steinzeit zurück reisen, da jede moderne Halogenlampe, jedes Handy und sogar ein elektronischer Wecker nach der Meinung von einigen Baubiologen bereits eine „starke Anomalie“ erzeugen kann, die nach ihrer Auffassung zu Gesundheitsschäden führen können. Da eine solche „Anomalie“ in fast jedem Haushalt vorliegt, kann von Baubiologen so überall Bedarf für teure Veränderungen des Wohnraums nachgewiesen werden.

Bei der Auswahl eines Baubiologen ist zudem Vorsicht geboten, da die Berufsbezeichnung ungeschützt ist und man für diese Tätigkeit keine besondere Ausbildung oder Prüfung benötigt. Aus diesem Grund gibt es große Unterschiede in der Qualität von baubiologischen Untersuchungen und leider auch viele Scharlatane, die ohne jeden Sachverstand ihre Dienste als Baubiologen anbieten. Sicher geht, wer einen Baubiologen engagiert, der dem Berufsverband der Deutschen Baubiologen (VDB) e. V. angehört. Für die Mitgliedschaft in diesem Verband wird eine fundierte Ausbildung z. B. in den Bereichen der Chemie oder Hochbautechnik und eine baubiologische Zusatzausbildung vorausgesetzt.