Die Nanoversiegelung ist die Weiterentwicklung des Lotuseffekts, welcher Mitte der 1990er Jahre zum ersten mal technologisch umgesetzt wurde. Der Begriff Lotuseffekt kommt von der Lotuspflanze, welche sogenannte Selbstreinigende Eigenschaften besitzt.
Schmutz kann sich fast gar nicht an ihr festsetzten und Wasser perlt sofort ab und bindet den trotzdem vorhanden Schmutz (spült ihn weg).
Bei dieser Technik wird die Oberfläche künstlich minimal aufgeraut, sodass Schmutzpartikel und Wassertropfen nur eine extrem geringe Kontaktfläche haben und die Adhäsionskraft soweit verringert wird, das nur sehr wenige Substanzen haften können.
Durch den Lotuseffekt perlen jedoch keine benetzenden Lösungsmittel (Ethanol, Aceton) ab, da die Moleküle eine so geringe Masse haben, dass der Kontaktbereich und somit die Adhäsionskraft nicht erheblich vermindert werden kann.
Dieses Problem kann mit der Nanoversiegelung umgangen werden, da diese Moleküle weniger als 100 Nm groß sind und selbst Ethanol oder Aceton abperlen lassen. Auch bei Kleidungsstücken wird heutzutage diese Technik eingesetzt um sie extrem Schmutzresistent zu machen. Von so geschützter Kleidung perlt Rotwein, Spaghettisoße oder Tomatensaft einfach ab, ohne sie zu verschmutzen. Auch Segel, welche aufwändig zu reinigen sind, können so vor Fremdstoffen geschützt werden und auch das Vollsaugen mit Wasser fällt aus.
Die Nanoversiegelung wird jedoch am häufigsten auf Glasoberflächen verwendet. An Automobilen ist diese Technik besonders nützlich, da der Fahrer eine deutlich bessere Sicht bei Regenfall haben kann. Auch an verglasten Fassaden kann die Oberfläche so versiegelt und der Einsatz von Reinigungskräften minimiert werden.
Datum: Freitag, 08. Januar 2010 | Kategorie: Baugewerbe
