Eine medizinische und psychologische Untersuchung (MPU) wird richterlich oder von Amts wegen angeordnet, um die Eignung eines Kraftfahrzeugführers zum Führen eines Fahrzeuges  festzustellen. Die Anordnung erfolgt in den Fällen, in denen ein Verkehrsteilnehmer  des Drogen- oder Alkoholkonsums im Straßenverkehr überführt wurde. Umgangen wird dieser Test häufig durch die Angebote, die den Führerschein ohne MPU ermöglichen.

Anders als bei der Fahrausbildung zum normalen Führerschein mit den theoretischen und praktischen Einheiten geht es bei der MPU um eine Überprüfung charakterlicher Standards, die zum Führen eines Fahrzeugs erforderlich sind. Hierzu gehört beispielsweise das Einsichtsvermögen, dass ein Kraftfahrzeug  weder nach dem Konsum – auch erlaubter – Drogen noch nach dem Genuss von Alkohol im Straßenverkehr geführt werden darf. Die zur Ermittlung von Aussagen verwendeten Fragebögen enthalten vielseitige die Person, die Lebensführung und den Gesundheitszustand betreffenden Fragen.

Die inhaltliche Kontrolle der Daten dient der Auswertung, ob ein Mensch zum Führerschein geeignet ist und führt aus Datenschutz-Sicht zu dem Ergebnis, dass sich  aus der Beantwortung der Fragen ein umfassendes  Bild des Prüflings ergibt, der, wenn er die Fragen  wahrheitsgemäß beantwortet hat, kaum Intime Details seines Lebens verschweigen durfte. Neben Fragen zu Gewohnheiten und Konsum von auch einfachsten Genussmitteln wie etwa Kaffe oder Zigaretten gilt es nämlich auch Fragen zum sozialen Umfeld (Familie, Freunde) und Lebensführung (Verbringen eines Tages in Beruf und Freizeit) zu beschreiben.

Die Zweckmäßigkeit einer solchen Prüfung zur Wiedererlangung des Führerscheins wird vielerorts sehr in Frage gestellt. Manche kritische Stimmen vertreten die Auffassung, dass die MPU eben doch tendenziell eher geeignet erscheint, den Ehrlichen zu bestrafen und  diejenigen zu belohnen, die sich eingehend mit der Taktik der Fragestellungen und deren  in der Kombination zu sehenden  Aussagewerten auseinander gesetzt und vorbereitet haben.


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Datum: Sonntag, 19. November 2006 | Kategorie: KFZ & Verkehr
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