Dan Brown spielt mit einer Symbolik, die für die meisten Leser Neuland ist. Der Spannungsbogen des Romans wird gehalten mit Hinweisen auf das Ziel der Jagd, mit der Professor Langdon durch die Seiten gehetzt wird, nämlich dass die Aufklärung des Geheimnisses nicht weniger als eine Umwandlung der Welt zur Folge haben wird bzw. dass diese nicht mehr die gleiche sein wird wie vorher. Untermauert werden diese Bemerkungen mit Hinweisen zum Beispiel auf das Weltbild des Mittelalters und die Entdeckung, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist und dass die Meere nicht herunter fließen, da es eine Schwerkraft gibt. Diese Erkenntnisse haben das Weltbild des mittelalterlichen Menschen ebenso verändert, wie das zu entdeckende Geheimnis gemäß Dan Brown die heutige Welt verändern wird.
Wie auch in Illuminati gewährt uns Dan Brown einen Blick in die Welt der Geheimgesellschaften und deren Rituale, die für den unbedarften Leser gleichzeitig faszinierend und erschreckend erscheinen. Unwillkürlich fragt man sich, wie viel davon der Phantasie des Autors entspringt und wie viel tatsächlich heute noch genauso praktiziert wird. Man kann - wie auch in anderen Buchrezensionen hervorgehoben - in diesem hervorragend recherchierten Roman jedoch davon ausgehen, dass viele Fakten exakt den Tatsachen entsprechen, was einen großen Teil der Faszination des Buches ausmacht.
Gegenpol der mittelalterlichen Rituale und uralten Mysterien bildet eine moderne Wissenschaftlerin, die gemeinsam mit dem aus Illuminati und Sakrileg bekannten Professor Robert Langdon, der als Symbologe das Fachwissen mitbringt, mit den technischen Mitteln der heutigen Zeit die alten Mysterien beweisen und deren Richtigkeit belegen will. Hier wird mit Fachausdrücken und -begriffen gearbeitet, mit denen der normale Leser öfter auch schon mal überfordert ist, was aber durch den Spannungsbogen, der den Leser weiter trägt, wieder aufgefangen wird.
Natürlich darf in einem solchen Roman auch der böse Gegenspieler nicht fehlen, der die Enthüllung der alten Geheimnisse verhindern will. Dieser ist nun als eine Art Übermensch geraten, gesegnet mit allen möglichen in nur einem Menschen vereinten Fähigkeiten, die ihn immer wieder einen Schritt voraus sein lassen. Die Umwandlung dieses ursprünglich einmal Verbrechers in einen absoluten Fanatiker, der wirklich alles für sein selbst gesetztes Ziel tut, erscheint nicht immer real und nachvollziehbar, dient aber dem Spannungsaufbau des Romans.
Zusammen mit anderen Buchrezensionen bin ich insgesamt der Meinung, dass es sich trotz seines Umfangs um ein sehr empfehlenswertes Buch handelt, speziell für den Leser, der anspruchsvolle Spannung sucht, verknüpft mit altem Wissen, welches - beleuchtet im Licht der neuesten Technik - in einer ganz neuen Dimension erscheint.
Datum: Freitag, 08. Januar 2010 | Kategorie: Informationen
